80% Arbeitszeit sparen — Wie KI den Fachkräftemangel in der Hausverwaltung lindert

Immobilienwirtschaft, was die Branche wirklich bewegt. Dieses Mal spricht Impower-CEO Thomas Klews über die Macht Künstlicher Intelligenz und wie sie den Fachkräftemangel lindern kann.

Herr Klews, Sie kennen den Verwaltermarkt in Deutschland in- und auswendig. Lange Zeit galt die Branche als überaus skeptisch gegenüber digitalen Innovationen, gilt das noch immer?

Die Branche hat in den vergangenen Jahren eine spürbare Entwicklung durchlaufen. Während früher viele Verwalter zögerlich waren, nimmt die Digitalisierung jetzt richtig Fahrt auf. Die große Herausforderung ist jetzt, die neuen technologischen Möglichkeiten sinnvoll einzusetzen. KI, Automatisierung und digitale Plattformen bieten enorme Chancen, aber sie müssen praxisnah gestaltet werden. Entscheidend ist nicht nur, innovative Technologien zu entwickeln, sondern sie so in den Alltag der Verwalter zu integrieren, dass sie echten Nutzen bringen.

Wie reagieren Sie, wenn Sie doch einmal einem Verwalter begegnen, der digitale Lösungen grundsätzlich ablehnt?

Skepsis entsteht oft aus Unsicherheit. Viele Verwalter haben Bedenken, dass eine digitale Umstellung kompliziert oder riskant ist. Ich spreche aber aus Erfahrung, wenn ich sage, dass das Gegenteil der Fall ist. Das Wichtigste ist, den Mehrwert sofort erkennbar zu machen. Sobald Verwalter sehen, wie viel Zeit sie mit unserer Lösung sparen, sind sie meist schnell überzeugt. Deshalb setzen wir darauf, dass Interessenten unsere Plattform unverbindlich testen können. So erleben sie selbst, wie einfach die Umstellung ist. Besonders die Datenmigration ist für viele ein kritischer Punkt. Hier haben wir Prozesse entwickelt, die einen schnellen und reibungslosen Wechsel ermöglichen. Ein Kunde mit 2.000 Verwaltungseinheiten hat den gesamten Umstieg in nur 19 Tagen abgeschlossen – von der ersten Kontaktaufnahme bis zur vollständigen Implementierung. Eine digitale Transformation in der Immobilienverwaltung muss nicht kompliziert sein.

Welche technologischen Trends beschäftigen die Immobilienwirtschaft derzeit besonders stark, und wie müssen sich Unternehmen in Zeiten des Wandels verhalten?

Klar, Künstliche Intelligenz spielt eine immer größere Rolle. Während viele KI-Anwendungen kurzfristig überschätzt werden, liegt ihr langfristiges Potenzial in der Automatisierung komplexer Prozesse. Doch ohne eine durchdachte Digitalisierung der Grundlagen bringt selbst die beste KI nichts. Ich bin davon überzeugt, dass ein praxisorientierter Ansatz gewinnbringend ist. KI muss dort gezielt eingesetzt werden, wo sie echten Mehrwert bietet – etwa in der Buchhaltung oder bei automatisierten Workflows. Uns geht es nicht um Technik um der Technik willen, sondern um echte Arbeitserleichterung.

Ihre Firma Impower hat eine cloudbasierte Buchhaltungs- und ERP-Plattform entwickelt. Was war die ursprüngliche Vision hinter der Gründung?

Vor fünf Jahren habe ich mich an einer Hausverwaltung beteiligt und festgestellt, dass die bestehenden ERP-Systeme die Arbeit der Verwalter nur unzureichend unterstützen. Viele Prozesse waren kompliziert, ineffizient und wenig automatisiert. Uns war schnell klar, dass sich das ändern muss. Deshalb war unser Ziel, eine Software zu entwickeln, die einfach einzuführen
und intuitiv zu bedienen ist, praxisnahe Abläufe versteht und automatisiert. So schaffen wir für Verwalter mehr Zeit, Flexibilität und letztlich auch eine attraktivere Arbeitsumgebung. Unsere Lösung hat den Markt grundlegend verändert, weil wir Immobilienverwaltung neu gedacht haben. Das spiegelt sich auch in unserem Namen wider: Impower ist eine Kombination aus „Immobilien“ und „Empowerment“. Wir wollen Verwalter befähigen, effizienter zu arbeiten, mehr Umsatz zu generieren und ihre Prozesse langfristig zukunftssicher zu gestalten.

Wie unterscheidet sich Ihre Lösung von traditionellen Systemen?

Impower ist eine moderne, cloudbasierte Software, die ortsunabhängig und zukunftssicher ist. Im Gegensatz zu traditionellen, serverbasierten Systemen konzentrieren wir uns darauf, eine Lösung zu schaffen, die leicht zu implementieren und intuitiv bedienbar ist. Das minimiert den Schulungsaufwand und erleichtert den Einstieg – gerade für branchenfremde Mitarbeiter. Unser größter Vorteil besteht darin, dass wir unsere Plattform aus der Praxis heraus entwickeln. Da unser COO selbst Hausverwalter ist, kennen wir die Herausforderungen des Verwalteralltags genau und richten unsere Funktionen gezielt darauf aus. Unsere Kunden verwalten mit unserer Software durchschnittlich dreimal so viele Einheiten pro Buchhaltungskraft als mit herkömmlichen Systemen. Darüber hinaus bieten wir tiefgehende Analysen, die weit über klassische Buchhaltungsfunktionen hinausgehen. Verwalter erhalten
detaillierte Einblicke in ihre Arbeitsabläufe, den Abrechnungsstatus oder die Effizienz ihrer Mitarbeitenden und können ihre Prozesse gezielt optimieren.

Was ist die größte Herausforderung, die Verwalter in den kommenden Jahren bewältigen müssen?

Die Immobilienbranche kämpft mit dem zunehmenden Fachkräftemangel, der sich in Zukunft noch verschärfen wird. Prognosen zufolge könnten bis 2030 rund fünf Millionen Stellen unbesetzt bleiben. Unsere Software reduziert den benötigten Personaleinsatz erheblich, indem sie repetitive Aufgaben automatisiert und Prozesse vereinfacht. Gleichzeitig ist sie so intuitiv gestaltet, dass auch branchenfremde Mitarbeiter problemlos in die Verwaltung einsteigen können. Daneben ist die steigende Bürokratie ein weiteres Problem. Gesetzliche
Anforderungen nehmen zu, Abläufe werden komplexer. Viele Verwalter verbringen einen Großteil ihrer Zeit mit administrativen Aufgaben, anstatt sich um ihre eigentliche Kernarbeit zu
kümmern. Hier setzt Impower an: Durch Automatisierung und digitale Prozesse ermöglichen wir es Verwaltern, sich wieder stärker auf ihre eigentlichen Aufgaben zu konzentrieren.

Dieses Interview wurde erstmals in Immo, dem Magazin für die Immobilienwirtschaft, veröffentlicht.